Kreidler Kette und Zahnräder: Verschleiß, Spannung und Übersetzung
Veröffentlicht am 7. Oktober 2026 · 2 Min. Lesezeit
Die Kette ist das günstigste Teil des Antriebs und zugleich dasjenige, das alles andere zerstört, wenn man sie vernachlässigt. Eine gelängte Kette frisst die Zahnräder; neue Zahnräder auf alter Kette halten keine Saison.
Wann ist eine Kette verschlissen
Zwei einfache Prüfungen:
Der Abhebetest. Fassen Sie am hinteren Kettenrad ein Glied und ziehen Sie es nach hinten. Lässt es sich so weit abheben, dass Sie den Zahn halb sehen, ist die Kette fertig.
Die Längenmessung. Messen Sie über zehn Glieder und vergleichen Sie mit dem Sollmaß. Mehr als zwei Prozent Längung heißt erneuern.
Achten Sie auch auf die Kette selbst: schwergängige oder festsitzende Glieder bekommen Sie mit Schmieren nicht mehr frei; sie verursachen den typisch ruckelnden Antrieb.
Zahnräder beurteilen
Zähne sollen symmetrisch sein. Sind sie einseitig hohl gelaufen und erinnern an Haifischflossen, ist das Rad verschlissen. Tauschen Sie Ritzel und Kettenrad immer zusammen mit der Kette — ein neues Teil auf verschlissenen Gegenstücken verschleißt im Rekordtempo.
Die richtige Spannung
Eine Kreidler-Kette soll etwa ein bis zwei Zentimeter Spiel haben, gemessen in der Mitte des oberen Trums.
Wichtig: Messen Sie belastet wie beim Fahren, denn das Spiel ändert sich mit dem Einfedern der Schwinge. Zu straff ist schädlicher als zu lose: Eine straffe Kette zieht an der Abtriebswelle und zerstört das Lager.
Spannen
Die Kettenspanner sitzen beidseitig der Hinterachse. Achsmutter lösen, beide Spanner gleichmäßig verstellen und danach prüfen, ob das Rad gerade steht. Die Markierungen an den Spannern sind eine Hilfe, keine Garantie — messen Sie den Abstand von Achse zu Schwinge auf beiden Seiten.
Schmieren
Eine saubere, geschmierte Kette hält doppelt so lange. Reinigen Sie sie mit Bürste und Petroleum, lassen Sie sie trocknen und bringen Sie das Kettenfett auf der Innenseite auf, damit die Fliehkraft es nach außen arbeitet.
Übersetzung ändern
Die Zähnezahl bestimmt den Charakter:
- Weniger Zähne hinten (oder mehr vorn): höhere Endgeschwindigkeit, trägere Beschleunigung, am Berg schwerer für den Motor.
- Mehr Zähne hinten: flotteres Anfahren, geringere Höchstgeschwindigkeit, höhere Drehzahl bei Reisetempo.
Zwei Zähne Unterschied merken Sie deutlich. Beachten Sie, dass sich die Kettenlänge ändern kann und die zulässige Bauartgeschwindigkeit eingehalten bleiben muss.
Was Sie brauchen
Beim Wechsel: Kette mit der richtigen Gliederzahl und Teilung, Ritzel, Kettenrad und meist ein neues Sicherungsblech für das Ritzel. Welche Teilung Ihr Modell hat, schlagen Sie im Ersatzteilbuch nach.
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